30. August
2006
Der 11. September als Medienereignis
Medienwissenschaftler
Stephan Weichert legt erste umfassende Untersuchung der
Fernsehberichterstattung zum 11. September 2001
vor.
Die Berichterstattung über die Terroranschläge vom 11.
September 2001 ist zum Sinnbild für den Zusammenbruch der
Fernsehnormalität geworden. Aber gerade der Moment der
Krise will inszeniert sein: Mit welchen dramaturgischen
Mitteln das Fernsehen den Übergang von der Live-Katastrophe
zum Medienereignis konstruiert, untersucht Dr. Stephan
Weichert, wissenschaftlicher Referent am Institut für
Medien- und Kommunikationspolitik, im neuen Band Die Krise
als Medienereignis. Über den 11. September im deutschen
Fernsehen.
Fünf Jahre nach den Terroranschlägen liegt nun erstmals
eine umfassende Untersuchung der deutschen
TV-Berichterstattung zum 11. September vor. Der Band
dokumentiert, dass selbst die Präsentation von unerwarteten
Krisen im Fernsehen von spezifischen Ritualisierungsmustern
durchdrungen ist. Durch die Kombination innovativer Ansätze
aus Ritualtheorie, Cultural Studies und
Medienereignisforschung gelingt es Stephan Weichert, einen
neuen theoretischen Zugang zu skizzieren, der es
ermöglicht, die Funktionslogik derartiger Krisenereignisse
im Fernsehen analytisch zu entschlüsseln. Das Buch wirft
somit einen genaueren, auch für Medienpraktiker
interessanten Blick auf das Doppelgesicht des hochaktuellen
Krisenfernsehens.
"Weichert entwirft hier ein Modell des Fernsehens, das wir
in dieser Form noch nicht beschrieben gefunden haben.
… Mit seinem Ansatz einer ‚Ritualtheorie der
Medien’ liefert er nicht nur einen wichtigen Baustein
zu einer kommunikationswissenschaftlich fundierten
Kulturtheorie des Fernsehens, sondern auch ein
paradigmatisches Gesamtkonzept für anknüpfende Forschungen
in diesem weiten Feld von Medien, Kultur und Gesellschaft."
(aus dem Geleitwort von Prof. Dr. Knut Hickethier,
Universität Hamburg)