Pressetext


25. April 2007
Zwischen Medienfreiheit und Persönlichkeitsrecht

Ob Beziehungsprobleme in Talkshows, ausgebreitete Leben in Autobiographien oder intime Fotos von Stars – die Medienöffentlichkeit ist durchlässig geworden für das Private. In permanenten Grenzüberschreitungen folgen Prominente und Medienschaffende den Gesetzen der Aufmerksamkeitsökonomie und schaffen so eine gewaltige Aufgabe für das Medienrecht: Es muss sich auf die Veränderungen der Öffentlichkeit einstellen.

Gerade die Unterhaltungsbranche entwickelt dabei eine Ordnung von Öffentlichkeit, die sich in neue Medienformate unterteilt, neue Kommunikationsweisen hervorbringt und Teil-Öffentlichkeiten herausbildet, die nicht in die einfachen Unterscheidung von Öffentlichem und Privatem passen.

Karl-Heinz Ladeur untersucht zahlreiche Fallbeispiele prominenter Rechtsstreitigkeiten zwischen Medienfreiheit und Persönlichkeitsrecht und stellt dabei fest, dass der Rechtsschutz selbst strategisch zur Steigerung von Aufmerksamkeit benutzt wird.

Das Buch gibt Juristen wie Medienwissenschaftlern und -praktikern Argumentationshilfen und Überblick über die einschlägige Rechtsprechung, zugleich beobachtet und kommentiert es diese aus einer medien-sozialwissenschaftlichen Perspektive; diese zielt darauf, sehr viel stärker als bisher üblich die Eigenlogik der Medien im Recht zu berücksichtigen.