Von der
Medienpolitik zur Media Governance?
Wer bestimmt, wer welchen Film sehen darf?
Wer regelt die Frage des Urheberrechts im Internet? Wer
findet Lösungen zur Regulierung von Spam? Altersfreigaben,
Copyright-Gesetze und Datenschutzvorgaben sind heute immer
weniger eine Frage der Medienpolitik einzelner Staaten.
Medienpolitische Entscheidungen werden zunehmend
innereuropäisch ausgehandelt und von Privatwirtschaft und
Verbänden mitgestaltet.
„Media Governance“ fasst diese Entwicklung sich
auflösender bzw. verwischender Grenzziehungen zwischen
national und international, öffentlich und privat, innen
und außen zusammen. Der Band (hrsg. von Patrick Donges)
beschreibt Theorien und Formen der Media Governance und
bezieht sie auf konkrete Regelungsprobleme wie
Urheberrechte, Medienkonzenration und Medienethik.
Dabei diskutieren die Beiträge den Nutzen dieses Begriffs
zur Beschreibung von Veränderungen im Bereich der Medien
und der Medienpolitik: Was kann die politische Praxis mit
dem Begriff anfangen? Brauchen wir den Governance-Ansatz
überhaupt, wenn uns Begriffe wie Entscheidung, Regulierung,
Steuerung, oder schlicht: Medienpolitik zur Verfügung
stehen? Patrick Donges schreibt dazu in der Einleitung:
Ein Gewinn des Media Governance-Ansatzes wird
schließlich darin gesehen, dass er die medienpolitische
Theoriediskussion mit dem zentralen Begriff der Institution
verbindet. Damit eröffnet Media Governance trotz einiger
Probleme neue Perspektiven auch für die Analyse, Reflexion
und Gestaltung von Regelungsstrukturen im Bereich der
Medien bzw. der öffentlichen Kommunikation.
Die Autoren nähern sich dem Ansatz aus Sicht der
Kommunikations-, Politik- und Rechtswissenschaft. Sie
weisen auf neue Formen und Instrumente der Regelung
öffentlicher Kommunikation hin und zeigen, wie die junge
Diskussion um den Media-Governance-Ansatz Brücken zu
anderen Theorien und Disziplinen schlägt.