19. Februar 2008
Wie
sind Bilder möglich?
Kaum ein Begriff ist in den Geistes- und
Kulturwissenschaften derzeit so strittig wie der des
Bildes. Die zeitgenössische Bildforschung steht mit ihrer
Schar von Theorieansätzen vor allem vor der Frage: Handelt
es sich bei Bildern stets um Zeichen?
Mit Wie sind Bilder möglich? legt Mark Halawa eine Studie
vor, die den Bildbegriff im Einklang mit phänomenologischen
Bildtheoretikern an die Wahrnehmung bindet, ohne jedoch den
für die Bild-Erkenntnis so wesentlichen Wahrnehmungsprozess
vom Zeichenbegriff abzulösen.
In Rekurs auf die erkenntnis- und wahrnehmungstheoretischen
Gedanken des amerikanischen Semiotikers Charles Sanders
Peirce (1839-1914) liefert der Autor Argumente für eine
semiotische Fundierung des Bildbegriffs; diese sehen die
Konstitutionsbedingungen des Bildes darin, dass ein
bestimmter Gegenstand von einem kompetenten Betrachter im
Rahmen der Wahrnehmung als Bild verzeichnet werden muss.
Das Buch beschreibt, wie dieser Akt des Verzeichnens
konkret beschaffen ist, und setzt sich kritisch mit
vorherrschenden Theorieansätzen zum Bildbegriff
auseinander.
Die Universität Duisburg-Essen hat Wie sind Bilder möglich?
mit dem Preis für innovative Denkanstöße in den
Geisteswissenschaften ausgezeichnet.