16.03.2006
Von der Telenovela zur Playstation –
Unterhaltung im Blickpunkt der Wissenschaft
Wieso genießen wir den Nervenkitzel beim Betrachten von
Horrorfilmen? Was ist es, das Computerspieler für Stunden
und Tage an den Bildschirm fesselt? Worin liegt der Reiz
der nachmittäglichen Boulevardmagazine? Angesichts der
wachsenden Rolle der Unterhaltung im Alltag werden solche
Fragen auch für die Wissenschaft immer wichtiger.
Allerdings gehört es keineswegs zur wissenschaftlichen
Routine, Erlebnisse wie Muße, Spaß und Spannung zu
definieren und zu messen. Die Reihe
„Unterh/-Ìaltungsforschung“ des Herbert von
Halem Verlags versammelt die aktuellsten Beiträge zur
Debatte.
Die Unterhaltung hat schon immer einen großen Teil des
Medienkonsums eingenommen. Dennoch hat die
Kommunikationswissenschaft diesen Bereich lange ignoriert
und begann erst in den 1980er-Jahren, sich ernsthaft mit
dem Phänomen auseinanderzusetzen. Nach einer Reihe
relevanter Studien zum Thema in den 1990er-Jahren steht nun
eine Phase grundlegender theoretischer Orientierung und
empirischer Reflektion an. Um dieser Entwicklung Rechnung
zu tragen und der Forschung zu aktuellsten
Unterhaltungsphänomenen ein Forum zu bieten, hat der
Herbert von Halem Verlag die Reihe Unterhaltungsforschung
ins Leben gerufen.
Als Eröffnungsband erscheint nun der Titel
„Unterhaltung durch Medien“, herausgegeben von
Werner Wirth, Holger Schramm und Volker Gehrau. In drei
thematischen Blöcken werden hier sowohl die übergreifenden
Perspektiven der Unterhaltungsforschung als auch Befunde
zum aktuellen Stand der Theorie und den Möglichkeiten der
/-emÌpirischen Messung präsentiert. Der zweite Band,
„Computerspielen als Handlung“ von Christoph
Klimmt, zielt darauf ab, das spezifische
Unterhaltungserleben bei der Nutzung von Computerspielen
genauer zu beschreiben und zu erklären. Im dritten Band mit
dem Titel „Unterhaltungserleben“ geht der
Kommunikationswissenschaftler Carsten Wünsch der Frage
nach, wieso sich Fernsehzuschauer eigentlich unterhalten
fühlen, während sie sich sehr unangenehme Inhalte
anschauen.
Die Reihe richtet sich in erster Linie an die Medien- und
Kommunikationswissenschaft, ist aber für alle, die
beruflich mit Unterhaltung zu tun haben – sei es im
wirtschaftlichen, politischen, journalistischen oder
pädagogischen Bereich – gleichermaßen von Interesse.
Diesen Text finden Sie
auch in den Pressematerialen!