15. März 2007
Ein
Plädoyer für den Mainstream
Popmusik, TV-Shows, Groschenromane – was massenhaft
rezipiert wird, wird meist auch belächelt. Hans-Otto Hügel
zeigt in seinem Buch, warum wir die Unterhaltung mehr
respektieren sollten.
Zwar hat die Forschung in den letzten Jahren den Nutzer
populärer Medien- produkte vom Manipulationsopfer zum
aktiven Rezipienten aufgewertet – ernst genommen wird
der Mainstream als Kern der Populärkultur indes nicht. Er
gilt größtenteils immer noch als defizitäres
Massenphänomen, obwohl gerade in ihm wirkungsmächtige
Vorstellungen vom gelingenden Leben formuliert werden.
Damit das Unterhaltende am Ende nicht doch gegen den Ernst
der Kunst oder den exotischen Reiz des Subkulturellen
verliert, ist eine Neubestimmung des Populären notwendig.
Diese kann nur gelingen, wenn man ihm auch eine ästhetische
Seite zugesteht – und diese zu loben weiß.
Hans-Otto Hügel plädiert für eine neue Sensibilität
gegenüber den vielfältigen Formensprachen des Populären und
den für ein Massenpublikum hergestellten medialen
Produkten. In seinen Aufsätzen zeichnet er die
Problemgeschichte der Theorie und Praxis der Unterhaltung
nach. Und er entdeckt dabei die Schönheit des Trivialen,
ohne die sich die Populäre Kultur nicht verstehen lässt.