12.09.2007
Bilderflut
und Informationslosigkeit?
Fotografien sind seit fast 100 Jahren fester
Bestandteil der Berichterstattung in der Presse und haben
seit den 1990er-Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Unter
zunehmendem Konkurrenzdruck, deutlichem Leserschwund und im
Zuge der Digitalisierung setzen die Zeitungsverlage eher
auf Eyecatcher als auf Text.
Diese scheinbare Oberflächlichkeit hat der Pressefotografie
vor allem in der politischen Kommunikationsforschung
erhebliche Kritik eingebracht. Die wissenschaftliche
Aufarbeitung steht jedoch erst am Anfang und verläuft sich
in den Bruchstellen zwischen den Fachgrenzen.
Elke Grittmann schafft in ihrer Dissertation in Anlehnung
an den Konstruktivismus, kunstwissenschaftliche
Bildtheorien und die Systemtheorie eine theoretische
Neukonzeption für eine empirische Analyse von Politik in
der Pressefotografie. Sie legt die Strukturen und
Strategien der Pressefotografie als Teilbereich des
Foto-Journalismus systematisch offen; dabei nimmt sie
insbesondere die pressefotografische
Politikberichterstattung in den Blick.