Die Meinungsmacher
Journalistenmorde und Kremlpropaganda im Staatsfernsehen – Russlands Medien haben einen schweren Stand. Nicht zuletzt die Ermordung der regierungskritischen Journalistin Anna Politkowskaja hat die russische Pressefreiheit erneut in den Fokus der westlichen Öffentlichkeit gerückt. Doch wie ticken die Journalisten selbst? Wie verstehen sie ihre gesellschaftliche Aufgabe und ihre Beziehung zu den Mächtigen?
Ausgehend vom Konzept der journalistischen Kultur untersucht der Autor historische Einflüsse und äußere Rahmenbedingungen des russischen Journalismus. Überwachung und Instrumentalisierung durch die Politik führen zu Meinungsjournalismus statt reiner Information, Journalisten passen sich in ihrer Arbeit den Bedingungen an – journalistische Kultur und Pressefreiheit beeinflussen sich gegenseitig.
Anhand von Leitfadeninterviews erarbeitet Erik Albrecht das heutige Rollenselbstverständnis russischer Journalisten. Er zeigt, wie sich wichtige Aspekte der journalistischen Kultur Russlands über Jahrhunderte und Revolutionen hinweg erhalten haben und wie sie sich auf die Pressefreiheit und das Verhältnis zwischen Staat und Medien auswirken.
Über den Autor
Erik Albrecht, geboren 1979 in Aachen, studierte Journalistik und Physik an der Universität Dortmund und an der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität. 2001/2002 volontierte er 2002 bei der Deutschen Welle in Köln und Berlin. Seit Ende seines Studiums berichtet Erik Albrecht für verschiedene Medien als Hörfunk-, Print- und Agenturjournalist von Moskau aus über Russland und die GUS.
Die Meinungsmacher.
Journalistische Kultur und Pressefreiheit in Russland
2008, 128 S., Broschur, 213x142 mm
ISBN 978-3-938258-78-1
EUR 16,00 / EUR 16,40 /sFr. 27,50
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