Pressetext

07.03.2006

"Regieren und Kommunikation" –
Was wäre die Politik ohne die Medien


Vom „Wunder von Bern“ zu „Du bist Deutschland“ – die Formeln, die den „Ruck durch Deutschland“ heraufbeschwören sollen, werden nicht weniger. Die politische Kommunikation verabschiedet sich zusehens vom Ideal des aufgeklärten Bürgers und setzt auf plakative Slogans, Kommunikationsmanagement und PR. Andererseits werden durch die digitalen Medien völlig neue Möglichkeiten der Information und Diskussion geschaffen, die von Regierung und Bürgern in immer höherem Maße genutzt werden. Gouvernementale Kontrolle oder deliberative Offenheit – der neue Band „Regieren und Kommunikation“ versucht eine Richtungsbestimmung der aktuellen politischen Kommunikation.

Das von Klaus Kamps und Jörg-Uwe Nieland herausgegebene Buch untersucht die medialen Prozesse von Meinungsbildung und Entscheidungsfindung im Regierungshandeln. Die Kommunikation mit und durch Medien nimmt heute zweifellos einen Großteil des Tagesgeschehens im modernen Regierungshandeln ein: Ohne die Medien ist das teilweise hochkomplexe Politikgeschehen in Massendemokratien kaum vermittelbar.

Aus der Sicht der Regierungen in den liberalen Demokratien sind Medien ein stets zu beachtendes Element der Planung des politischen Alltags und der politischen Steuerung. "Kommunikationsmanagement" gewinnt an Bedeutung, weit über das klassische "Informieren" der Presse durch Presseämter hinaus. Aus dieser Neujustierung ergeben sich sowohl sozialwissenschaftlich als auch gesellschaftspolitisch relevante Fragen: Wie gestalten sich die Beziehungen zwischen Medien und Regierungen? Was bedeutet dies für die Kommunikationsprozesse und -strukturen innerhalb des politischen Systems?

Ziel des Bandes ist es, aus dieser Perspektive heraus die Folgen der modernen Mediendemokratie für das Handeln und Entscheiden von Regierungen genauer zu bestimmen. Das thematische Spektrum der Beiträge erstreckt sich dabei von theoretischen Überlegungen zur veränderten Natur der politischen Kommunikation bis hin zur konkreten Analyse der Symbolik im “Neusprech der Deutschland AG”.



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