06. Juni
2006
Aktuelle Studien zum Journalismus der Zukunft
Die Zukunft des Journalismus wird derzeit breit
debattiert – sachliche Betrachtungen der
journalistischen Praxis finden sich hingegen nur selten. Im
Herbert von Halem Verlag erscheinen jetzt drei aktuelle
Untersuchungen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven
mit dem Selbstverständnis des Journalismus und dessen
Verhältnis zur Gesellschaft auseinandersetzen
Die
Kommunikationswissenschaftlerin Sandra Hermes geht in dem
Band „Qualitätsmanagement in
Nachrichtenredaktionen“ der Frage nach, welche
Methoden des Qualitätsmanagements im redaktionellen Bereich
zum Einsatz kommen und wie jede Redaktion ihre eigenen
Qualitätsziele definieren kann. Das Buch gewährt einen
aufschlussreichen Einblick in das Selbstverständnis
professioneller journalistischer Praxis und zeigt auf der
Grundlage des Total-Quality-Managements (TQM) neue
Möglichkeiten zur Förderung journalistischer Qualität auf.
Der Kommunikationswissenschaftler Klaus Forster untersucht
im Band „Journalismus im Spannungsfeld zwischen
Freiheit und Verantwortung“ das amerikanische Konzept
des „Public Journalism“. Forster beschreibt
zunächst die Praxis des „Public Journalism“ und
seine theoretischen Bezugspunkte, um dann seine
potenziellen Einflüsse, auch auf die deutsche Presse,
empirisch zu erkunden. Entfaltet wird ein journalistisches
Selbstverständnis, das es u.a. auch ermöglicht, die
aktuellen Entwicklungen hin zu einem
„Bürgerjournalismus“ nicht als Bedrohung,
sondern vielmehr als Chance zu begreifen.
Der Politikwissenschaftler Tanjev Schultz legt mit dem Band
„Geschwätz oder Diskurs? Die Rationalität politischer
Talkshows im Fernsehen“ eine Detailstudie
einflussreicher deutscher Polit-Talkrunden vor. Aufbauend
auf einer Analyse der Argumentationsmuster und
Rollenverteilungen in den Talkshows diskutiert er,
inwiefern hier überhaupt die Voraussetzungen für einen
rationalen und fruchtbaren Diskurs gegeben sind. Schultz
verschweigt keineswegs die Schwächen des Genres, fordert
aber statt pauschaler Verurteilung eine realistische
Einschätzung der Potenziale.
Alle drei Bände stellen aktuelle Beiträge zur
publizistischen Forschung dar, liefern aber gleichzeitig
auch praktische Handlungsanregungen und neue Impulse für
den redaktionellen Alltag. Sie sind somit sowohl für
Journalisten, Redakteure und Medienmanager als auch für
Wissenschaftler Gewinn bringend
.
Diesen Text finden Sie
auch in den Pressematerialen!