01.03.2006
Das Kino der
Gesellschaft - die Gesellschaft des Kinos
Unser Alltagsleben und unsere Fantasien sind von Filmen
und ihrer Bildsprache durchdrungen. Aber was können Filme
tatsächlich über die soziale Wirklichkeit aussagen?
Filmanalyse ist im deutschsprachigen Raum größtenteils auf
Ästhetik oder Rezeption von Filmen beschränkt,
kulturtheoretische und soziale Fragestellungen werden kaum
berücksichtigt. Dabei steht der Film – vielleicht
noch mehr als andere Medien – durch seine
Möglichkeiten zur authentischen Abbildung sozialer
Wirklichkeiten und seine massenhafte Rezeption im Zentrum
der Gesellschaft: Eine Filmanalyse ohne soziologische
Herangehensweisen muss zu Verzerrungen des Ergebnisses
führen.
Zu den sozialen Komponenten des Films zählen die
Herausgeber Manfred Mai und Rainer Winter nicht nur
abgebildete gesellschaftliche Strukturen und Konflikte,
sondern auch unbeabsichtigte Wirkungen sowie die Einbettung
von Produktion und Rezeption in wirtschaftliche Prozesse.
Der jetzt erschienene Band
Das Kino der Gesellschaft
– die Gesellschaft des Kinos versammelt Beiträge
von Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen und mit
den unterschiedlichsten Herangehensweisen an das Medium
Film: Von der Genregeschichte über die Philosophie, von der
Kulturwissenschaft bis zur Psychoanalyse entsteht ein
repräsentatives Bild von Filmen und eröffnet neue
Perspektiven und Zugangsweisen.
Thematisch reichen die Beiträge von den praktischen
Vorgehensweisen der Filmförderung in Deutschland über
Atomkriegsängste in Filmen der 1950er- bis 1980er-Jahre im
Ländervergleich bis hin zu Überlegungen, ob es möglich ist,
auf der Leinwand dargestellte Paarbeziehungen mit real
existierenden zu vergleichen und diese Darstellungen für
die Paarforschung zu nutzen.
Autoren des Bandes sind: Dirk Blothner, Lorenz Engell,
Ursula Ganz-Blättler, Brigitte Hipfl, Rainer Jogschies,
Angela Keppler, Karl Lenz, Manfred Mai, Lothar Mikos,
Sebastian Nestler, Olaf Sanders, Markus Wiemker und
Brigitte Ziob.
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